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Zitronenverbene
Meine Passion

Ein tiefer Teller steht vor mir. Darin ein dampfendes Gerstenrisotto.
Der nussige Geruch steigt mir wohltuend wärmend in die Nase. Ich koste.
Noch ein kräftiges Bukett nimmt meine Zungenspitze wahr: Bergkräuter, mit denen das Risotto verfeinert wurde. Sie sind intensiv.

Ich schließe die Augen. Behagt mir der Geschmack?
Etwas fehlt. Etwas, das meine Geschmacksnerven bei jedem Bissen angenehm erfrischt. Das gewisse Etwas, das der wuchtigen Gerste und den kräftigen Kräutern Kontra gibt, sie zum Strahlen bringt.
Ja! Dieses Etwas ist frisch, belebend, angenehm, ein bisschen frech und heißt: Zitronenverbene.
Das feinblättrige Kräutlein verhält sich zum Risotto wie mein Enthusiasmus zum Leben.

Die Passion nicht schwerfällig zu werden, frisch zu bleiben und zu überraschen, zu Strahlen und immer ein wenig zitronig zu sein.
Ja! Ein bisschen Zitronenverbene braucht der Mensch.


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